Die Reggio-Pä...

Wir sind auf dem Weg von Italien nach Bensberg in die Welt

Die Reggio-Pädagogik ist ein weltweiter sehr bekannter und renomierter pädagogischer Ansatz, der uns seit mehreren Jahren interessiert, begeistert und inspiriert. Durch Teamfortbildungen und Zusatzqualifikationen konnten wir die Theorie intensiv kennenlernen und haben uns auf den Weg gemacht. Die folgenden Absätze beschreiben das Besondere der Reggio-Pädagogik und das Ziel unseres Weges. Reggio-Pädagogik heißt aber auch, die vor Ort passende, individuelle Umsetzung zu finden und zu entwickeln. Vea Vecchi, Atelierista des berühmten Diana Kindergartens im Zentrum der italienischen Stadt Reggio Emilia sagt dazu, dass dieses pädagogigisches Konzept nicht eins zu eins kopiert werden kann, sondern an jeweiligen kulturellen Bedingungen eines jeden Landes angepasst werden sollte.

 

Allgemeines

Die Reggio-Pädagogik zählt weltweit zu den ambitioniertesten elementarpädagogischen Konzepten.
Von einer Expertengruppe wurde sie 1991 als bester Ansatz für die Arbeit in Kindertageseinrichtungen ausgezeichnet.
(vgl. http://goodwin-ecms.org/wp-content/uploads/2013/09/Newsweek-Story-on-Reggio1-1.pdf 22.5.2014)

Seit Jahren orientieren sich an ihr Reformbemühungen pädagogischer Einrichtungen in vielen Ländern der Welt.
Das Lernkonzept der Reggio-Pädagogik läßt sich wie folgt beschreiben:

“Lernen und Kompetenzentwicklung entspringen dem menschlichen Bedürfnis nach Verstehen der Lebenswirklichkeit und nach wirkungsvollem Handeln in realen Lebensbezuegen.

Lernen heisst aktive Auseinandersetzung mit der gegenständlichen und sozialen Umwelt.

Lernen ist entdeckendes und forschendes Lernen, mit dem Beziehungen zwischen Objekten, Personen, Strukturen und Prozessen gedeutet werden.”

(zitiert aus kizz. Das Elternmagazin für die Kitazeit, online available http://www.kizz.de/kindergarten-und-krippe/kita-konzepte/reggio-paedagogik-impulse-aus-italien#main 22.05.2014)

 

Die Reggio-Pädagogik ist eine optimistische Pädagogik. Sie geht davon aus, dass das Kind mit seiner Energie, seiner Wissbegierde, seiner Kreativität Gestalter seiner eigenen Entwicklung, Konstrukteur seiner persönlichen Wirklichkeit ist. Wahrnehmungs- und Ausdruckserziehung sind deshalb ein zentrales Anliegen der reggianischen Kitas. Das Atelier wie auch die Gestaltung der Räume spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die Themen der Projekte gehen von alltäglichen Erfahrungen der Kinder aus und konzentriert sich auf die Entdeckungen und Interessen der Kinder, die die ErzieherInnen aufgreifen und mit den Kindern weiterentwickeln.
Der Austausch der Kinder untereinander und die Ergebnisse ihres Forschens werden dabei nicht nur gefördert, sondern auch in Wort und Bild dokumentiert.

In der Reggio-Pädagogik wird viel Wert auf das Beziehungsgeflecht Eltern-Kind-Erzieher gelegt, so dass eine rege Kommunikation zwischen allen Beteiligten und eine Transparenz in der pädagogischen Arbeit entsteht.
Die ErzieherIn ist BegleiterIn, ForscherIn und ZeugIn, was bedeutet das pädagogische Fachpersonal beobachtet, erforscht selbst weiter zu bestimmten Themenbereichen, die die Kinder interessieren und dokumentiert den Tagesablauf und die Projekte der Kinder
(vgl. http://dialog-reggio.de/reggio-padagogik/).

Ein Kind, das von Anfang an über eigenes Wissen verfügt und sich unter Wahrnehmung und Einbeziehung aller Sinne entwickelt und Mitschöpfer seines Wissen ist. Kinder haben eine eigene Kultur. Aufgabe der Erwachsenen ist es, den Kindern Raum zu geben, damit sie sich und ihre eigenen Kultur weiterentwickeln können. Die Rolle der Erwachsenen ist es nicht, die Kinder zu belehren, sondern ihnen bei der Entwicklung eigener Theorien und deren Überprüfung in der Realität Hilfestellung zu geben. Das Kind und seine Entwicklung steht zwar im Mittelpunkt, aber auch auf eine Entwicklung in der Gemeinschaft wird Wert gelegt. Die Kindheit als eine eigenständige Lebensphase wird wertgeschätzt und ernst genommen.

Loris Malaguzzi selbst beschreibt das Wichtigste des pädagogischen Ansatz poetisch in seinem Gedicht ‘Die hundert Sprachen des Kindes’:

“Die Hundert gibt es doch

 Das Kind besteht aus Hundert.
Hat hundert Sprachen
hundert Hände
hundert Gedanken
hundert Weisen
zu denken, zu spielen und zu sprechen

Hundert –
immer hundert Arten
zu hören, zu staunen und zu lieben.
Hundert heitere Arten
zu singen, zu begreifen
hundert Welten zu entdecken
hundert Welten frei zu erfinden
hundert Welten zu träumen.

Das Kind hat hundert Sprachen
und hundert und hundert und hundert.
Neunundneunzig davon aber
werden ihm gestohlen
weil Schule und Kultur
ihm den Kopf vom Körper trennen.

Sie sagen ihm:
Ohne Hände zu denken
ohne Kopf zu schaffen
zuzuhören und nicht zu sprechen.
Ohne Heiterkeit zu verstehen,
zu lieben und zu staunen
nur an Ostern und Weihnachten.

Sie sagen ihm:
Die Welt zu entdecken
die schon entdeckt ist.
Neunundneunzig von hundert
werden ihm gestohlen.

Sie sagen ihm:
Spiel und Arbeit
Wirklichkeit und Phantasie
Wissenschaft und Imagination
Himmel und Erde
Vernunft und Traum
seien Sachen, die nicht zusammen passen.

Sie sagen ihm kurz und bündig,
daß es keine Hundert gäbe.
Das Kind aber sagt:
Und die Hundert gibt es doch.”

(Loris Malaguzzi)

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